Medienkonferenz des Energieforums Schweiz vom Mittwoch, 11. Mai 2011

Versorgungssicherheit: ein gemeinsames Anliegen von Strom-, Erdgas- und Erdölbranche

 

Politik und Gesellschaft stehen vor energiepolitisch wichtigen Entscheiden. Sie müssen Versorgungssicherheit gewährleisten zwischen nuklearem Restrisiko, Klimawandel und volkswirtschaftlichem Nachteil im globalen Wettbewerb. Dafür sollten sie die Sicht derjenigen Verbände kennen, die für die Energieversorgung der Schweiz Verantwortung tragen. Die Präsidenten der drei Energieträger Strom, Erdgas und Erdöl haben zehn gemeinsame Hauptanliegen der Energiewirtschaft vorgetragen, die in einer fundierten Diskussion berücksichtigt werden sollten.

1. Die Rahmenbedingungen für die Energieversorgung setzen Gesellschaft und Politik, nicht die Energiewirtschaft. Aufgabe der Energiewirtschaft ist die Gewährleistung von Versorgungssicherheit. Sie muss jederzeit in der Lage sein, die von Wirtschaft und Bevölkerung nachgefragte Energie zu erschwinglichen Preisen und in guter Qualität liefern zu können.
2. Die Schweiz muss verlässliche langfristige Rahmenbedingungen schaffen, damit zwischen den drei Übeln des nuklearen Restrisikos, des Klimawandels und eines volkswirtschaftlichen Nachteils im globalen Wettbewerb Versorgungssicherheit ermöglicht werden kann.
3. Der Wandel des Energiesystems zu einem Energiesystem mit mehr erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz ist eingeläutet und wird von der Energie-wirtschaft unterstützt. Die Transition wird aber mehrere Jahrzehnte dauern.
4. Strom wird im Inland und in den Nachbarländern knapper und teurer werden. In Kombination mit mehr Energieeffizienz und erneuerbaren Energien machen volkswirtschaftlich einzig Stromerzeugungsanlagen im Inland Sinn.
5. Die Sistierung der Rahmenbewilligungsgesuche bedingt eine mehrjährige Verzögerung und erfordert Ersatzlösungen zur Vermeidung einer Unterdeckung der Stromnachfrage. Wahrscheinlich ist – neben dem Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke – der Zubau einiger Gaskraftwerke unumgänglich. Der zusätzliche CO2-Ausstoss soll im Ausland kompensiert werden können.
6. Die Schweizer Erdgaswirtschaft ist in der Lage, bei Bedarf einen zusätzlichen Teil der Stromproduktion mit der erforderlichen Energie sicherzustellen. Längerfristig liegt die Priorität aber nicht bei den Gaskombi-Kraftwerken, sondern bei der Wärmekraftkopplung.
7. Ein Umbau des Systems der Stromversorgung muss sich unser Land auch volkswirtschaftlich leisten können. Dies bedeutet keine vorzeitige Ausserbetriebnahme der bestehenden Kernkraftwerke und die Berücksichtigung der Kosten zum Aufbau von intelligenten Netzen (Smart Grids), sowie die Berücksichtigung des Nutzens der Stromdrehscheibe Schweiz.
8. Die Stromdrehscheibe erhält mit der Möglichkeit der Pumpspeicherung eine neue Bedeutung als «Ökobatterie» Europas. Voraussetzung dafür sind genügende inländische Stromproduktionsanlagen und erweiterte Netzkapazitäten.
9. Die vollständige Liberalisierung des Strommarktes in der Schweiz ist wahrscheinlich eine Voraussetzung für eine tragfähige Einbettung ins europäische Energieumfeld.
10. Eine zumindest vorübergehende Abkehr von der weitestgehend CO2-freien Schweizer Stromproduktion verlangt ein CO2-Gesetz, das die Anrechenbarkeit von freiwilligen Massnahmen und den internationalen Emissionshandel weiterhin zulässt. Dagegen sind eine besondere Industriepolitik oder eine Kontingentierung mit jährlichen Absenkraten abzulehnen.

 

Die 10 Hauptanliegen stehen auch in einer kurzen Medienmitteilung als PDF zur Verfügung. Im Weiteren finden Sie die übrigen Unterlagen der Medienkonferenz.

 
Medienmitteilungen

Medienmitteilung (kurz)  
   
Medienmitteilung (lang)

 

Referate

(es gilt das gesprochene Wort)

 

Einleitungsreferat Dr. Rudolf Steiner    
Präsident des Energieforums Schweiz 
   
Referat Kurt Rohrbach
Präsident des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen
   
Referat Dr. Hajo Leutenegger
Präsident des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie
   
Referat Dr. Ronald Ganz
Präsident der Erdöl-Vereinigung
   
Schlussworte Dr. Rudolf Steiner    
Präsident des Energieforums Schweiz